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ICE Trasse> AKTUELLES
Züge würden in Langwaden am Wohnzimmer vorbeirasen

Hochwertige Naturschutzgebiete können Bremsklotz für geplante ICE-Trasse Frankfurt-Mannheim sein – A67 soll sechsspurig werden

24.7.2009 -

Südhessen (ofi). Die Diskussion um die geplante ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim gewinnt an Tempo: Dass vor einigen Wochen das Planfeststellungsverfahren für das 13 Kilometer erste Teilstück von Frankfurt über Zeppelinheim bis zur Kreisgrenze Groß-Gerau/Darmstadt-Dieburg eröffnet wurde, ist nur ein Beleg dafür. Zugleich machen namentlich Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen darauf aufmerksam, dass bei einer von der DB AG weitgehend oberirdisch geplanten zweigleisigen Trasse wertvolle Natur- und Landschaftsschutzgebiet auf der Strecke bleiben, lebenswichtige Trinkwasserreservoirs beeinträchtigt und die Lebensqualität vieler Bewohner nahe der Bahnlinie dauerhaft verschlechtert würde.

 

Eine neue Idee hat die Bahn jetzt für den Bereich südlich von Darmstadt ins Gespräch gebracht: Demnach soll die A67 nur auf der Ostseite um zwei Spuren erweitert und anschließend die Bahnstrecke gebaut werden. Diese im ICE-Regionalforum diskutierte Variante hätte zur Folge, dass die Züge in einer Entfernung von rund 100 Metern an Bensheim-Langwaden vorbeirasen würden. Dieser Vorschlag wird auch am 30. Juli (Donnerstag) auf der Tagesordnung stehen, wenn sich der Arbeitskreis „ICE-Trassenführung“ auf Einladung von Landrat Matthias Wilkes in Heppenheim trifft. Planungsstand bisher ist, dass links und rechts der A67 ein Fahrsteifen „angehängt“ wird. So sind übrigens auch die neuen Brücken in Einhausen und bei Langwaden gebaut. Kosten jeweils rund fünf Millionen Euro.

 

Was die Einbeziehung des Hauptbahnhofs Darmstadt in das ICE-Schnellbahnnetz angeht, wird auf Anregung von Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) der Bau eines Bahnhofs auf der „grünen Wiese“ bei Tann wahrscheinlicher. Die DB AG hat inzwischen einen Plan mit einer „Bürostadt“ vorgelegt, die über der Bahntrasse gebaut werden soll.

 

Nach Stand der Dinge plant die DB Netz AG die Trasse ab Darmstadt östlich der A 67 und ausschließlich oberirisch zu führen. Zum Schutz der Menschen in der Region Bergstraße sieht die Bahn bislang nur einen einzigen 1,7 Kilometer langen Tunnel vor, um bei Lorsch den Knoten A67/B47 zu unterqueren Hinter Lorsch soll die Trasse aber nicht mehr entlang der Autobahn weitergeführt werden, sondern den Lorscher/Lampertheimer/Viernheim Wald diagonal durchschneiden und über die Vorstädte direkt in den Hauptbahnhof geführt werden. Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt „Bergstraße“ beginnt frühestens 2010.

 

Auf der geplanten ICE-Trasse sollen täglich 112 Zugpaare (das sind 224 Züge) auf dieser als unausweichlich notwendig bezeichneten Trasse fahren sollen. Bis zu 50 Güterzüge werden vor allem nachts verkehren. Dass alle ICE und Güterzüge nach dem Aus für den ursprünglich von der Bahn geforderten „Bypass“ (Umfahrung) den Hauptbahnhof Mannheim passieren sollen, wird den Anwohnern der Mannheimer Vorstädte noch manchen Kummer bereiten.

 

Der von der DB AG vorgeschlagene Streckenverlauf kollidiert auf der Strecke von Gernsheim bis Lampertheim mit Trinkwasserschutzgebieten und ausgewiesenen Natura 2000-Gebieten und Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebieten. Sollte die Trasse „erhebliche Auswirkungen“ auf den Bestand der geschützten Gebiete haben, müsste eine Genehmigung versagt werden. Bei einem sogenannten Kohärenzverfahren  müsste dann nach Alternativen gesucht oder Möglichkeiten aufgetan werden, eben diese negativen Einflüsse auszuschließen.


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