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Kultur> Rhein-Neckar
Spannende Erkenntnisse

Ausstellung im Jüdischen Museum zur Einführung der Orgel in den Gottesdienst jüdischer Reformgemeinden – Eröffnung am 26. Mai

18.5.2010 -

Worms (mb). Das Jüdische Museum im Raschi-Haus zeigt ab dem 26. Mai (Mittwoch) eine Ausstellung über ein für die jüdische Religionsgeschichte, die Musikgeschichte und die Frage nach dem jüdischen Selbstverständnis gleichermaßen spannendes Thema. Die Ausstellung handelt von der Einführung der Orgel in den Gottesdienst jüdischer Reformgemeinden und die damit verbundenen Auseinandersetzungen im 19. Jahrhundert.

 

Dr. Achim Seip (Mainz) wird bei der Eröffnungsveranstaltung in der Frauensynagoge auch anhand von Tonbeispielen in die Problematik einführen. Beginn 19 Uhr. Eintritt frei.

 

Ausgehend von der Tatsache, dass auch die liberale Wormser Gemeinde seit 1877/1885 eine Orgelempore und eine Orgel besaß (eine auch hier umstrittene Entscheidung, die zur Abtrennung einer mehr traditionellen Richtung in der konservativen Levyschen Synagoge geführt hat), bietet sich Worms als Ort für eine solche Ausstellung geradezu an. Anhand von Fotos und Notenbeispielen kann gezeigt werden, wo es  - vor allem in der Region - einst Synagogenorgeln gab, wo sich noch Exemplare erhalten haben (die Wormser wurde wie so viele andere 1938 zerstört und nicht mehr wieder errichtet) und welche Musik hier gespielt wurde.

 

Die Brisanz des Themas liegt in der Tatsache, dass für viele konservative Juden des 19. Jahrhunderts die Orgel etwas „Unjüdisches“ war und blieb. In vielen Gemeinden kam es zu teils erbittertem Streit über die Frage der Einführung des Instruments und hier zeigen sich die Grenzen der jüdischen Anlehnung an die christliche Mehrheitsgesellschaft exemplarisch auf. Auch in Worms war und blieb dies ein Streitpunkt zwischen Liberalen und Konservativen.

 

Zu der Ausstellung, die bis 5. September im Jüdischen Museum zu sehen ist, erscheint eine bebilderte Broschüre mit reichhaltigen Hintergrundinformationen und Rechercheergebnissen.


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