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Meinungen> Leserbriefe ÜBERSICHT
Überholte Verhaltensmuster

8.3.2010 -

Als ich als Kreistagsabgeordnete noch an Sitzungen des Kreis-Sozialausschusses teilnahm, konnte ich die Aufgabe einer Frauenbeauftragten im Landratsamt nie so recht würdigen. Ja, ich hielt diese sogar für überflüssig. Als Mutter von drei selbstbewussten Töchtern, die problemlos ihren Weg ins Berufsleben gingen, meine ich noch heute, dass jüngere Frauen nicht mehr die Unterstützung benötigen, wie dies in meiner Generation noch wichtig war.

 

Eigentlich noch ist! – Seitdem ich den Kreisseniorenbeirat leite, merke ich täglich, wie schwer es noch immer Männern im Seniorenalter fällt, die  Führungsrolle einer Frau zu akzeptieren. Hier treten Verhaltensmuster auf, die ich teilweise noch aus meinem früheren Berufsleben kenne, und die man heute mit „Mobbing“ bezeichnet. Details möchte ich hier nicht aufführen,  doch inzwischen könnte ich einen Ordner anlegen mit all den beleidigenden  und diskriminierenden Briefen und Mails einiger Herren.

 

Verletzend sind auch Reaktionen einzelner Politiker, deren Vorgängerinnen  freundlich auf meine Briefe reagierten, die aber selber noch nicht einmal  auf politisch motivierte Anfragen antworten. In Wiesbaden habe ich mich schon  daran gewöhnt, die entsprechende Staatssekretärin anzuschreiben, mit der ich einen sehr freundlichen Kontakt habe. Hier zeigt sich – vor allem in meiner Generation, die Solidarität der Frauen, die wohl immer noch wichtig ist. Meine weiblichen Netzwerke und die Zusammenarbeit mit intelligenten Männern sind  der Rückhalt bei meiner ehrenamtlichen Arbeit.

 

Helga Müller-Kotthaus

Gernotstr. 19

64668 Rimbach


Niederwald soll Häusern weichen

Ain der Mittelstraße in Fehlheim soll ein "Mini-Baugebiet" entstehen. Es wird beschrieben, „…die Grundstücke wurden schon lange sich selbst überlassen“. Diese Feststellung trifft für die letzten Monate nur deshalb zu, weil die Stadtverwaltung die Pächter der Gartengrundstücke bereits im vergangenen Jahr wissen ließ, die Pachtverträge zu kündigen; die Folgeentwicklung ist zwangsläufig. Ich möchte die Leser darauf hinweisen, dass bisher geplant wird und noch ist die Umwidmung nicht endgültig beschlossen.

 

Nicht erwähnt wird, dass die geplante Bebauung einen Teil des Niederwaldes kosten wird; alter Baumbestand soll gefällt werden. Vor einigen Wochen konnte man einer Pressemeldung über eine Sitzung  der Ortsbeirates Fehlheim entnehmen, dass über die Bebauungsplanung östlich der Mittelstraße beraten und abgestimmt wurde. Viele Bensheimer Leser nahmen davon bestimmt keine Notiz und so mancher Leser aus Fehlheim auch nicht, da Bebauung ja im Prinzip nichts Außergewöhnliches  ist. Doch in diesem Falle steckt sehr wohl viel mehr dahinter, was nachhaltigen Einfluss auf die Lebensqualität und Erholungswert unserer näheren Umgebung haben wird.

 

Um was geht es eigentlich? Der östliche Teil der Mittelstraße im Randbereich des Niederwaldes wurde bis dato als Kleingärten genutzt, weiter hinten als Bolzplatz und am Ende als Spielplatz; das war für viele Jahre ein gewohntes Bild. Speziell in dem Bereich der Kleingärten siedeln einige seltene Tierarten, die im Deutschen Tierschutzgesetz als schützenswert eingestuft sind. Doch nun wechselt die Situation dramatisch, da die Verwaltung der Stadt Bensheim, hier die Chance sieht, diesen waldnahen Bereich in Baugrundstücke umzuwandeln, nach dem das Gesetz über den Abstand zwischen Wald und bewohnten Grundstücken in Hessen gefallen ist.

 

Dahinter steckt natürlich rein wirtschaftliches Interesse. Um die Umsetzung der Maßnahme möglichst schnell über die Bühne zu bekommen, soll diese nach einem beschleunigten Verfahren umgesetzt werden, obwohl Bedenken vom Regierungspräsidium Darmstadt, vom Kreis Bergstraße und Naturschutzbund (NABU) geäußert wurden. Man muss wissen, dass beim beschleunigten Verfahren, entgegen einem Normalverfahren,  den Belangen des Tier-, Umwelt und Landschaftsschutz nur eingeschränkt Rechnung getragen wird.

 

Es kommt noch schlimmer! Da die neuen geplanten Grundstücke bis an den Wald reichen sollen und dieser Waldbereich über einen Bestand von mächtigen Bäumen verfügt, müssen diese Bäume aus Sicherheitsgründen weichen. Der Wald soll bis auf 51 m vom Rand der Mittelstraße zurückgedrängt werden, dies bedeutet, dass dutzende Bäume fallen sollen. Schaut man sich die Baumsatzung der Stadt Bensheim an, so stellt man überraschenderweise fest, dass dem Baumbestand auf der Gemarkung der Stadt größter Bedeutung beigemessen wird; was für ein Widerspruch!

 

Die Stadt Bensheim, als Eigentümerin des Niederwaldes, hat, wie andere Waldbesitzer auch, die gesellschaftspolitische Pflicht für Nachhaltigkeit zu sorgen, damit auch nachfolgende Generationen ein lebenswertes Umfeld vorfinden, pflegen und erhalten können. Wald wird niemals erweitert, sondern leider immer nur unwiederbringlich vernichtet. Was nützt dem Niederwald eine eventuelle Ausgleichsanpflanzung irgendwo auf der Bensheimer Gemarkung – nichts!

 

Der Niederwald ist das wertvollste Naherholungsgebiet im Westen Bensheims. Und dieses schöne Stückchen Wald soll nun teilweise gerodet werden. Wo bleibt der Widerstand des Ortsbeirates Fehlheim und ich vermisse noch viel mehr den Aufschrei der Fraktion Die Grünen. Ich appelliere an alle verantwortlich denkenden Entscheidungsträger unserer Stadt von diesem Plan abzusehen, denn Natur- und Landschaftsschutz geht uns alle an, um auch in der Zukunft sagen zu können …Bensheim ist eine lebenswerte Stadt. Die nächste Orsbeiratssitzung am 20. August dürfte spannend werden.

 

Peter Illing

Mittelstr. 60

64625 Bensheim-Fehlheim


L 3261 muss erhalten bleiben

28.11.2007 -

Das 320 starke Buch des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumgehung (B 44 ) in Groß-Rohrheim liegt zur Einsichtnahme aus. Der Termin des Baubeginns kann noch nicht genannt werden, weil trotz zehnjähriger Planung, die Finanzierung noch nicht gesichert ist.

 

Einwände sind nicht zu befürchten. Jeder Widerspruchsführer würde sich dem Vorwurf aussetzen, den Baubeginn zu verzögern und dies will niemand. Über den baldigen Baubeginn freuen sich alle Verkehrsteilnehmer von Lampertheim bis Gernsheim. Ich bin davon überzeugt, dass die Gemeinde Groß-Rohrheim eine geforderte Ausgleichsfläche zur Verfügung stellen kann, die von den Naturschützern und Landwirten akzeptiert wird.

 

Unbegreiflich ist, dass für den Neubau der B 44 ein Teilstück der L 3261 geopfert werden soll. Von Bürstadt bis Gernsheim ist die  L 3261 die einzige Ost-Verbindung zwischen Worms und der Bergstraße bis Worms. Bei Einweihung der Umgehung Biblis und der Brücke über die B 44 wurde von den Vertretern der Landesregierung und des Kreises Bergstraße die L 3261 als wichtige Ost-West Verkehrsverbindung bezeichnet.

 

Eine Verlagerung des Verkehrs von der L 3261 auf die kurvenreiche und enge L 3111 ist  unverantwortlich. Jedes Fahrzeug fährt hin und zurück einen Umweg von drei Kilometer. Vom Zeitverlust und der Umweltbelastung abgesehen, wären auch Notarzt- und Krankenwagen, Feuerwehr und andere Hilfskräfte länger unterwegs..

 

Der Petitionsausschuss des Landes Hessen hat den Antrag der Gemeinde Biblis auf Erhalt der L 3261 abgelehnt. Die Beschlüsse des Kreistages, der Gemeindevertretung von Biblis sowie 4.000 Bürgerunterschriften wurden ignoriert. Nach meiner Auffassung müsste der Landrat zur Vollziehung des Kreistagsbeschlusses, falls unvermeidbar, ein Verwaltungsgerichtsverfahren einleiten.

 

Die Gemeinde Biblis hat das ehemalige Feldflugplatzgelände an die US-Amerikaner zum Betrieb des Senders „Freies Europa“ verpachtet.  Es sollte versucht werden den Pachtvertrag aufzulösen, damit die schätzungsweise 50 Hektar, alternativ als Ausgleichsfläche genutzt werden könnte.

 

Herbert Schulz

Schuberststraße 5

68647  Biblis


Planung ohne Rücksicht

28.11.2007 -

Die Horrormeldungen in der Bensheimer Presse lassen nicht nach. Leider. Eine neue Straße von der Robert-Bosch-Straße bis zur Schwanheimer Straße (Westtangente) soll die herrliche, unberührte Landschaft westlich des Reiterhofes zerstören. Ist der Berliner Ring den ganzen Tag so stark befahren, dass er entlastet werden muss?

 

- ein weiteres, großes Gewerbegebiet (Stubenwald II) soll ausgewiesen werden, damit „Geld in die Kasse kommt“, fordert ausgerechnet der Grüne Stadtrat Matthias Schimpf. Bensheim geht es finanziell nicht schlecht, alleine durch die bis jetzt hier ansässigen Firmen.

 

- Noch nicht offiziell: Weiterführung der Westtangente ab der Schwanheimer Straße quer durch das letzte Freizeit- und Naherholungsgebiet bis zur verlängerten Saarstraße. Die „lang ersehnte“ Verbindungsstraße nach Fehlheim kann man dann auch noch anschließen einschließlich Bebauung.

 

 - Bensheims Westen soll also zubetoniert werden ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und deren Interessen wie Rad fahren, joggen, Hunde ausführen oder die Menschen, die sich einfach gerne in der Natur aufhalten. Die Landwirtschaft, der Natur- und Klimaschutz spielen ebenfalls bei den Planungen keine Rolle.

 

Diesen Zerstörungswillen kann man nur so erklären: alle drei Oberen (Bürgermeister und die beiden Stadträte) sind nicht Heimat verbunden mit Bensheim, wohnen erst seit einigen Jahren hier. Da fällt es anscheinend leicht die Umgebung der Stadt  nach dem Motto nach uns die Sintflut platt zu machen.

 

Auffallend sind die ständigen Empfehlungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt, Bensheim brauche noch mehr Gewerbeflächen. Kann man nicht endlich die Natur, die Grund Vorraussetzung für den Menschen zum Leben ist, in Bensheims Westen für uns und unsere Nachkommen erhalten? Natur ist nicht unendlich, man sollte (man muss) pfleglich mit ihr umgehen.

 

Sigrid Kreuzer

Schwanheimer Str. 56

64625 Bensheim


Kann Bürgermeister Markus Röth sich denn alles erlauben?

28.11.2007 -

Nach einer  Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Bürgermeister von Grasellenbach Markus Röth ist es klar, dass sich der eine Politiker gegen den anderen Politiker nicht ausspricht, wenn er befürchten muss eine Stimme im Kreistag zu verlieren.

 

Mit wissentlich falsch oder zumindest grob fahrlässig  beantworteten Fragen vor Kauf eines Grundstücks im Heidelacker, bekommt Herr Markus Röth vom Landrat noch das Händchen gehalten. Mit ziemlich schwammigen Erklärungsversuchen hält Landrat Matthias Wilkes an seinem Koalitionspartner im Kreistag fest und versucht, die durch den im Heidelacker geplanten Bau eines Blockkraftwerks dann geschädigten Bauherren eines Einfamilienhauses ruhig zu stellen.

 

Von Bürgermeister Röth wurde ebenfalls die Frage nach einem Funkmast falsch beantwortet, was Landrat  Wilkes ebenfalls als nebensächlich abtun will. Ein Mann der sich nicht einmal selbst an die Spielregeln eines Bürgermeisters  halten will, hat  in diesem Amtnichts verloren. Was ein Blockhkraftwerk in einem Luftkurort zu suchen hat, ist ebenfalls fraglich.

 

Das Wohngebiet „Heidelacker“ in Hammelbach ist schon jetzt eine Steuerverschwendung erster Güte, denn es wird sich wohl niemand mehr einen Bauplatz kaufen wollen der befürchten muss, dass er neben einem  Blockkraftwerk wohnen muss.

 

Michael Schmitt

Fürther Straße 13

64689 Hammelbach


Stadt soll Spielplatz kaufen

Die Stadt Bensheim ist kinder- und familienfreundlich (geworden ). Der gefährdete Spielplatz an der Ecke Niederwaldstraße ist in dem gewachsenen Wohngebiet ohne echte Alternative.

Die Stadt Bensheim und die Interessengemeinschaft zum Erhalt dieses Spielplatzes müssen gemeinsam an einem Strang ziehen. Das könnte meiner Meinung nach so aussehen: Die Stadt kauft das Spielplatzgelände um dieses dauerhaft für diesen Zweck zu sichern. Zur Finanzierung wird ein Bauplatz der Stadt an einer anderen Stelle verkauft.

Ein wahrscheinlich höherer Kaufpreis, den die Stadt für das Spielplatzgelände in guter Lage zahlen muss, erbringt die Interessengemeinschaft zum Erhalt des Spielplatzes durch Spendenaktionen oder Straßenfeste.

Dazu müsste sich die Interessengemeinschaft mit Hilfe der Stadtverwaltung in einen Förderverein umwandeln oder neu gründen, der zum ausstellen von Spendenbescheinigungen berechtigt ist.

Franz Apfel
Stadtverordneter
Gartenstraße 68
64625 Bensheim.

24.5.2007 -

ZAKB Mit Knebel und Knute

16.1.2007 -

Der Austritt aus dem ZAKB ist durch Heppenheims Bürgerentscheid vorn 26.  März. 2006 zustande gekommen und somit nach der hessischen Landesverfassung legalisiert und Rechtens. Endlich einmal durften die Bürger selbst mitentscheiden, womit wieder etwas Vertrauen ins demokratische Rechtsempfinden der Bürger zurückkehrt.

 

Dass der ZAKB nun von Heppenheim die illusorisch hohe Summe von 750.000 Euro Schadensersatz fordert (MB vom 13. Januar), kann man nur so kommentieren: Diese Forderung grenzt an Gutsherrenmanier, verstößt meines Erachtens gegen das Grundgesetz und ist fern jeder rechstaatlichen und demokratischer Moral.

 

Dass der Verbandsvorsitzende und Erste Kreisbeigeordnete Jürgen Lehmberg diese Absurdität mit trägt, zeigt seine Einstellung zum mündigen Bürger. Abträglich ist außerdem, dass der Pensionär und Zwingenberger Ehrenbürgermeister Kurt Knapp diesen Beschluss formuliert hat, wonach Heppenheim bei einem Austritt „alle Kosten zu tragen hat“.

 

Wir Bürger von Zwingenberg, sind leider auch ohne unseren Willen zu erfragen, von unsern gewählten Fraktionen in den ZAKB zwangsrekrutiert worden, obwohl sich dadurch, das Preis - Leistungsverhältnis für viele Bürger deutlich verschlechtert hat. Aber es gibt auch Positives zum ZAKB zu sagen: Die Preise sind bislang stabil geblieben und diejenigen mit ganz wenig Müll  stehen finanziell besser da. Somit ist die Politik zur Müllvermeidung ein richtiger zukunftweisender Ansatz.

 

Ungerecht ist aber, dass diejenigen die keine Papiertonne brauchen und auch keine besitzen, die Hälfte der Jahresgebühr zahlen müssen. Es gibt auch keine Gutschrift für nicht genutzte Müllentsorgung. Fazit: Das Vorgehen des ZAKB ist konterproduktiv. Denn alle Kommunen, die sich bis heute erfolgreich gegen den Eintritt in den ZAKB gewehrt haben, sehen sich bestätigt.

 

Was wir alle brauchen ist eine preisgerechte und ehrliche Müllpolitik, die, den Bürger nicht überfordert, überschaubar und nachvollziehbar bleibt. Ich beglückwünsche die Heppenheimer Bürgerinnen und Bürget zu ihrem Bürgermeister  Gerhard Herbert, für den der Bürgerwillen nicht nur eine Floskel ist.

 

Josef Strohmeier

Lange Hart 10

64673 Zwingenberg


Einfach günstiger?

4.7.2006 -

Mit einem leicht erkennbaren Dumpingangebot ist die E.on – Tochtergesellschaft HSE heute im Versorgungsgebiet der GGEW auf Dummenfang gegangen: Eine eigens gegründete Tochtergesellschaft „e-ben“ wirbt mit extrem niedrigen Preisen für Gas und Strom um neue Kunden.

 

Verräterisch ist, dass die günstigen Preise nur und exakt in dem Versorgungsgebiet der GGEW angeboten werden, während alle anderen direkten und indirekten Kunden der HSE, auch in der unmittelbaren Umgebung, weiter um über zehn Prozent höhere Preise zahlen müssen. Wenn die HSE Strom und Gas wirklich dauerhaft günstiger liefern könnte, dann müsste sie diese Preissenkung doch zuallererst ihren Kunden in ihrem Stammversorgungsgebiet anbieten, etwa in Darmstadt und Heppenheim.

 

Verräterisch auch, dass der Brief mit dem Angebot nicht etwa aus Darmstadt, dem Sitz der HSE kam, sondern aus Düsseldorf, dem Hauptsitz von E.on. Nein, da ist kein besonders kostengünstig arbeitendes Versorgungsunternehmen am Werk, sondern ein Platzhirsch, der einen Stachel im Fleisch beseitigen will, ein kleines Versorgungsunternehmen mit niedrigen Preisen.

 

Wer darauf hereinfällt darf sich nicht beschweren, wenn er schon bald die höheren HSE-Preise zahlen muss. Im Kleingedruckten des Liefervertrages von e-ben wird er schon im Voraus verpflichtet, einem Wechsel des Versorgers zuzustimmen.

 

Wolfram Fendler

Jakobsweg 17

64625 Bensheim


Zwei Klassen keine Basis für Gymnasium in Lorsch

4.2.2006 -

Da sich mittlerweile so viele für ein Gymnasium in Lorsch einsetzen, möchte ich einmal ein paar Fakten deutlich machen. In der gymnasialen Oberstufe gibt es seit der Reformierung der Oberstufe keinen Klassenverband mehr, das heitß die Schüler werden in den beiden letzten Jahren vor dem Abitur in Kursen unterrichtet.

 

Das macht einen großen organisatorischen Unterschied. Denn in diesen beiden letzten Schuljahren können (und müssen) sich die Schüler für zwei so genannte Leistungsfächer entscheiden. Dies sind dann, individuell verschieden, ihre Hauptfächer, die mit fünf Unterrichtsstunden pro Woche unterrichtet werden und für die, auch im Abitur, höhere Anforderungen gelten.


Allerdings gibt es die (ministeriell verfügte) Einschränkung, dass mindestens 15 Schüler einen solchen Kurs besuchen wollen, damit er zustande kommt. Das führt schon jetzt dazu, dass nicht an allen Gymnasien alle Fächer als Leistungskurs gewählt werden können. In Bensheim ist Kunst als Leistungskurs etwa nur an der Geschwister-Scholl-Schule, Sport als Leistungskurs nur am Alten Kurfürstlichen Gymnasium (AKG) genehmigt.

 

Außerdem ist es in den vergangenen Jahren schon mehrfach dazu gekommen, dass es AKG und Goethe-Gymnasium nur in Kooperation geschafft haben, einen Leistungskurs in Musik beziehungsweise Geschichte anzubieten, der dann von Schülern beider Gymnasien besucht wurde. Die Anzahl an einer Schule allein war zu gering. Für Physik oder Französisch ist es häufig eine Zitterpartie, ob der entsprechende Kurs zustande kommt.

 

Wenn es nun schon den beiden großen Bensheimer Gymnasien nicht immer möglich ist, das Angebot umzusetzen, das die Schüler eigentlich haben sollten, wie soll das dann in Lorsch gelingen? Das AKG hatfünf bis sechs  Klassen pro Jahrgang bis zur Oberstufe, das Goethe-Gymnasium vier bis sechs Klassen pro Jahrgang. Wie will Lorsch mit einer Jahrgangsbreite von zwei Klassen da mithalten?


Schließlich kann man nicht davon ausgehen, dass alle Lorscher Kinder auch das Gymnasium in Lorsch besuchen würden. Dazu haben die einzelnen Schulen schon Angebote, die für manche Eltern und Kinder mit Sicherheit attraktiver sind.

 

Am AKG ist Latein als erste Fremdsprache möglich, am Goethe-Gymnasium Französisch als erste, Spanisch als zweite Fremdsprache, von den zusätzlichen Angeboten bei Musik und Sport ganz zu schweigen. Und auch die Liebfrauenschule als reines Mädchengymnasium mit christlicher Grundausrichtung wird eine Konkurrenz bleiben.

Norbert Jährling
Oberstraße 24
64653 Lorsch


Grundschule zur Stadt als Lösung

4.2.2006 -

Es wäre ein Trauerspiel, wenn es der Politik auf Kreis- und Landesebene nicht gelänge, zahlreiche kleine Grundschulen im Kreisgebiet auf Dauer zu erhalten und zu sichern (Grundsatz: kurze Beine, kurze Wege).

 

Die Berichterstattung  zeigt die Gefahr auf, wie es mit der Gronauer Grundschule enden könnte: zwar zunächst Erhalt, aber Verwaltung durch eine andere Schule. Dies würde unweigerlich der erste Schritt zur mittelfristigen Schließung der Gronauer Grundschule bedeuten. Ohne die Identifizierung vor Ort, mit einem engagierten eigenen Elternbeirat und einem engagierten Ortsbeirat fallen einige Standortvorteile der Gronauer, und nicht nur der Gronauer, Grundschule weg. 

 

Bei der noch immer ausstehenden Genehmigung des Schulentwicklungsplanes (SEP) 2005-2010 des Kreises Bergstraße, der vor etwa einem Jahr beschlossen wurde, muss auf das Kleingedruckte besonders geachtet werden.

 

Die grüne Kreistagfraktion hat übrigens alle anderen Fraktionen im Kreistag zu einem Gespräch eingeladen, um über ein gemeinsames Vorgehen gegenüber dem Kultusministerium zu beraten. Einigkeit macht bekanntlich stark. Ein denkbarer (Zukunfts)Weg wäre beispielweise auch die Übernahme der Grundschulen in die städtische Trägerschaft.

 

Franz Apfel

Gartenstr. 68

64625 Bensheim

Kreistagsabgeordneter Bündnis 90//Die Grünen und Mitglied im Kreisschul-Ausschuss


Pest oder Cholera

Angesichts des aktuellen Streits zwischen Russland und der Ukraine um Erdgas setzt CSU-Wirtschaftsminister Michael Glos mal wieder auf Atomkraft.

 

War es nicht auch die Ukraine, die der Welt 1986 eindrucksvoll demonstrieren konnte, wie man dem Energieproblem mit Hilfe von Atomkraft zu Leibe rückt? Wenn den Machthabern in Politik und Wirtschaft wirklich keine anderen Problemlösungen einfallen als fossile oder atomare Energieträger, dann stellen sie die Menschheit vor die Wahl zwischen Pest und Cholera.

 

Herwig Winter
Jungviehweide 23
69509 Mörlenbach
Tel.: 06209/4353
Fax: 06209/8970
E-Mail: herwig.winter@bund.net


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