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Wieder Bangen um Zukunft

Drogenberatungsstelle Prisma mit steigenden Klientenzahlen – Dr. Christian Gessner und Kollegen stellen Jahresbvericht vor - Finanzierung ab 2011 unsicher

1.7.2010 -

Kreis Bergstraße (mic). Die Drogenberatungsstelle Prisma bleibt eine wichtige Anlaufstelle für Hilfesuchende. Gleichwohl ist die Zukunft offen. „2010 ist gesichert, was in 2011 passiert steht noch in den Sternen. Vor allem die Kommunen sparen derzeit an allem“, räumte der Kreisgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bergstraße Soziale Dienste GmbH  Peter Blessing bei der Jahrespressekonferenz von Prisma in Lampertheim ein.

 

Prisma-Leiter Dr. Christian Gessner präsentierte für 2009 steigende Klientenzahlen. Die Beratungen binnen Jahresfrist haben auf  299 zugenommen. Zwar kommen die Ratsuchenden und Klienten aus allen Städten und Gemeinden des Kreises, doch ist ihre Zahl besonders in den Kommunen mit Standorten von Prisma. Bensheim (97) und Lampertheim (95) weisen die Beratungszahlen auf. Es folgen Viernheim (75), Bürstadt (47), Heppenheim (36) und Lorsch (29).

 

Die meisten Ratsuchenden (21 Prozent) beanspruchten psychosoziale Begleitung zur Ergänzung einer ärztlich überwachten Substitutionsbehandlung. Gemeint sind hier vor allem Heroinabhängige, die beispielsweise Methadon als Ersatzdroge unter ärztlicher Aufsicht erhalten. Stark nachgefragt wird die Familienberatung (14 Prozent) , das Angehörigen-Coaching und die sogenannte Beratung unter Auflage (etwa durch das Gericht oder die Schule).

 

Hauptdrogen sind und bleiben mit 59 Prozent die Opiate zu denen unter anderem Heroin gehört. Etwa zwei Drittel der Heroinabhängigen, die zu den Prisma-Beratungsstellen kommen, sind derzeit in einem Substitutionsprogramm. Während der Gebrauch von Ecstasy rückläufig ist und Kokain in der Region praktisch keine Rolle spielt, gab es eine Zunahme bei anderen Amphetaminen. Vor allem Schüler nehmen Aufputschmittel, um sich in der Schule vor Arbeiten besser konzentrieren zu können. Weiterhin auf dem Vormarsch ist der Cannabis-Konsum (24 Prozent). Insgesamt sind alle Drogen eher ein Problem der Männer. Eine leichte Zunahme im Bereich Alkoholkonsum gab es aber bei den Frauen.

 

Zwei Altersgruppen ragen heraus: Das sind die 18 bis 21 Jahren alten (49 Fälle) „Kunden“ und Personen über 40. „Das sind Personen, die schon seit 20 Jahren Drogen nehmen, einfach nicht den Absprung geschafft haben und nun in die Jahre gekommen sind“,  erklärt Gessner dieses Phänomen..

 

Einen Überblick über die Arbeit der Fachstelle für Prävention gab anschließend Martina Sardi. Die Diplom-Sozialpädagogin ist vor allem in den Schulen des Kreises unterwegs und leitet Infoabende im Bereich Suchtprävention. Hier insbesondere zum Thema Alkohol und Rauchen. Bei den längerfristigen Programme wie „Leben macht Schule“ wurden 2009 mehr als 4.300 Teilnehmer registriert.

 

Info: Träger von Prisma ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bergtraße Soziale Dienste GmbH mit  Sitz in Lampertheim und Außenstellen in Bensheim, Viernheim und Wald-Michelbach. Finanziert wird Prisma aus Mitteln des Landes, des Kreises und der Kommunen im Kreis Bergstraße.


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