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Zu Risiken und Nebenwirkungen
Seniorenbeirat kritisiert Apotheken-Notdienst - Beim Meinungsaustausch fehlten die eingeladenen Vertreter der Apotheker und Mediziner
17.8.2010 - Lampertheim (mic). Der Seniorenbeirat Lampertheim hatte Vertreter der Ärzteschaft Lampertheim (GALA) sowie die ortsansässigen Apothekerinnen und Apotheker eingeladen. Doch die Mitglieder der Seniorenvertretung warteten vergebens. Mit Ausnahme der lokalen Pressevertreter war niemand der Einladung gefolgt. „Das ist sehr schade, denn wir hätten viele Fragen gehabt und wir suchen ja das Gespräch“, sagte der Vorsitzende des Seniorenbeirates Lampertheim Heinz-Dieter Schäfer. In einem Brief hatten acht Apothekeninhaber zuvor erklärt, dass sie den Termin nicht wahr nehmen werden. Eine Änderung der Situation sei nicht möglich.
„Ich finde dieses Verhalten sehr arrogant. Da sitzt man anscheinend immer noch auf einem sehr hohen Ross“, beklagte sich Schäfer. Der Grund für das geplante Gespräch ist die seit 2006 gültige Notdienstbereitschaft. So, wie es seit nunmehr vier Jahren gehandhabt wird, kann es nach Ansicht des Seniorenbeirates der Spargelstadt nicht weitergehen. Schon im vergangenen Jahr hatte das Gremium alle zehn ortsansässigen Apotheken angeschrieben. Vor allem wird kritisiert, dass ältere Menschen mit geringer Mobilität oder Personen, die kein Fahrzeug besitzen, an manchen Tagen bis nach Worms fahren müssen, um sich bei einer Apotheke, die Notdienst hat, mit Medikamenten zu versorgen.
Der Seniorenbeirat hat sich auch in Briefen auch an die Landesärztekammer gewandt. Hier gab es zur Antwort, „dass der Apothekennotdienst nicht bequem oder kundenfreundlich sein, sondern lediglich ausreichend sichergestellt sein muss.“ Der Seniorenbeirat quittierte diese Aussage „mit Unverständnis und Kopfschütteln“. Ferner sei es verboten, dass eine der Lampertheimer Apotheken in der Kernstadt freiwillig einen zusätzlichen Wochenenddienst anbietet, wenn etwa eine Apotheke in Worms zeitgleichem Notdienst hat.
„Es ist schon seltsam. Die Landesapothekerkammer teilt uns mit, dass das Gesetz zur sogenannten Dienstbereitschaftsordnung nicht geändert werden kann, aber von den Apothekern vor Ort wird eine Ablehnung des zusätzlichen freiwilligen Notdienstes mit höheren Kosten begründet“, sagte Dieter Diehl, der zum Infogespräch auch den Kreisseniorenbeirat vertrat. „Früher hat der Notdienst doch auch funktioniert und da gab es nur sieben Apotheken im Stadtgebiet“, so Schäfer. Allerdings müssen Kunden an manchen Tagen nicht nur nach Worms, Biblis oder Groß-Rohrheim sondern auch nach Hofheim und Lampertheim-Rosengarten fahren. Und diese Apotheken gehören zum Stadtgebiet.
Der Seniorenbeirat fordert eine Verkleinerung der derzeitigen Notdienstbezirke. Erreichen will man das mit Briefen an das zuständige Ministerium in Wiesbaden und über die Landtagsabgeordneten im Kreis Bergstraße. Außerdem will man sich über den Kreisseniorenbeirat auch mit anderen Beiräten zusammentun. Nach Angaben von Dieter Diehl gibt es auch von der Bergstraße und anderen Riedgemeinden ähnliche Beschwerden.
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