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SPD drängt 2006 mit Macht zurück an die Macht
Große Zuversicht bei Parteitag in Bensheim-Auerbach mit Blick auf die Kreistagswahlen 2006 - Norbert Schmitt unumstrittene Nummer 1 – Nur Katrin Hechler muss in geheime Abstimmung - Von Reiner Ofenloch
24.11.2005 - Kreis Bergstraße. Wer eine bevorstehende Wahl erfolgreich bestehen will, der braucht Geschlossenheit: Genau diese demonstrierte die Bergsträßer SPD beim Unterbezirksparteitag am 23. November (Mittwoch) in Bensheim-Auerbach mit Blick auf die Kommunalwahlen am 26. März 2006. Bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung votierten 105 Delegierte im Bürgerhaus Kronepark in geheimer Abstimmung für die Kandidatenliste mit 84 Namen.
Zuvor waren der Spitzenmann Norbert Schmitt (Heppenheim), Karin Hartmann (Grasellenbach), Hans-Jürgen Pfeifer (Rimbach) und Matthias Baaß (Viernheim) in offener Abstimmung einhellig bestätigt worden. Lediglich für die an Platz fünf vorgeschlagene Katrin Hechler (Zwingenberg) wurde aus den Reihen der Versammlung zur Überraschung der stellvertretenden Partei- und Fraktionsvorsitzenden geheime Abstimmung beantragt.
Parteivorsitzender Dr. Jürgen Dieter – der nicht auf der Liste steht - nahm’s dennoch gelassen. Heraus kam mit 93 Jastimmen, bei 14 Mal nein und einer Enthaltung ein grundehrliches Ergebnis, mit dem Katrin Hechler gut leben kann. Gewohnt kämpferisch gab Spitzenkandidat Schmitt die Devise aus, dass „wir Mehrheiten erreichen wollen“. Das ist ein weiter Weg: Im derzeitigen Kreistag verfügt die SPD nur über 31 der 81 Sitze.
Nach Überzeugung des Landtagsabgeordneten und Generalsekretärs der hessischen SPD hat die seit 2001 regierende Koalition „Bündnis Zukunft Bergstraße“ aus CDU, Freien Wählern und FDP (zusammengenommen 44 Mandate) die Potenziale des Kreises Bergstraße nicht genutzt, eine Verschuldung in unerreichter Höhe zu verantworten und in allen Bereichen der Politik nicht die richtigen Rezepte aus der Krise herauszukommen.
Der bevorstehende Wahlkampf verspricht einen harten Schlagabtausch zwischen der SPD mit ihrem Spitzenmann Schmitt und namentlich der CDU, die den Ersten Kreisbeigeordneten Jürgen Lehmberg als Nummer 1 ins Rennen schickt. Die Grundsatzrede beim Parteitag ließ erkennen, dass Schmitt und seine Parteifreunde mindestens genauso auch Landrat Matthias Wilkes (CDU) ins Zentrum ihrer Kritik rücken werden. Der SPD passt die ganze Richtung nicht, die von der ironisch als „Koalition Rückschritt“ titulierte bürgerliche Mehrheit eingeschlagen hat.
Das sozialdemokratische Unwohlsein beginnt bei der als unsolide bezeichneten Haushaltspolitik, reicht über das als nicht tragfähig eingeschätzte Finanzierungsmodell „Sale-and-lease-back“-Verfahren bis hin zu einer Sozialpolitik, die nach Einschätzung der Genossen nicht genügen Rücksicht auf die Belange der Betroffenen nimmt. Gleiches, so Schmitt weiter, gelte auch für den Umgang mit den Bediensteten. „Anstatt Beteiligung gilt das Herr-im-Haus-Prinzip“, kritisiert Schmitt offen die Personalpolitik der Kreisspitze.
Hinter dem Führungs-Quintett rangieren bis Platz mit Heinz-Jürgen Schocke (Bensheim), Fritz Götz (Lampertheim), Brigitte Sander (Lorsch), den Bürgermeistern Jürgen Kaltwasser (Lautertal) und Ute Stenger (Hirschhorn) erfahrene Kräfte. Auf Platz 11 folgt mit Gerhard Herbert (Heppenheim) der erste Neuling. Der seit 1. September amtierende Bürgermeister der Kreisstadt ist der Aufsteiger. Vor fünf Jahren nahm er noch Platz 81 ein. Den hat jetzt Andreas Höppener-Fidius (Heppenheim-Hambach) inne.
Auf den Plätzen zwölf bis 20 rangieren die Bürgermeister Heinz Roos (Groß-Rohrheim), Dr. Hildegard Cornelis-Gaus (Biblis) und Eberhard Petri (Neckarsteinach, Alice Schäfer (Birkenau), Franz Siegel (Bürstadt), Otto Schneider (Lindenfels), Renate Moritz (Bensheim), Josef Fiedler (Biblis) und Lydia Winter (Lampertheim).
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