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Vorteil für Landwirte
HSE investiert in den nächsten Jahren zehn Millionen Euro in Ausbau erneuerbare Energien - In Hessen soll Anteil bis 2015 auf 15 Prozent steigen
Südhessen (mb). Die HEAG Südhessische Energie (HSE) AG will das Potenzial für Energieerzeugung aus Biogas und Biomasse in Südhessen zusammen mit der Forst- und Landwirtschaft nutzen. In den nächsten Jahren sollen zehn Millionen Euro in neue Anlagen und Forschung investiert werden.
Bei der Vorstellung des Aktionsprogramms Bioenergie in Darmstadt waren sich Ministerpräsident Roland Koch und HSE-Vorstandsvorsitzender Albert Filbert einig, dass der Nutzung der Biomasse eine Schlüsselrolle zukommt, um das Klimaschutzziel der hessischen Landesregierung zu erreichen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch soll bis 2015 auf 15 Prozent gesteigert werden, heißt es in einer Pressemitteilung der HSE AG.
Nach Überzeugung von Ministerpräsident Koch bietet die dezentrale Energieversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen Chancen zuhauf. Zum einen werde innovative Technik forciert, Perspektiven für den ländlichen Raum eröffnet und ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet. "Ziel ist, dass Hessens Bauern 50 Prozent ihres Einkommens über den Anbau von nachwachsenden Energieträgern erwirtschaften".
Beim Biogas sieht das Unternehmen ein Potenzial von bis zu fünf Anlagen mit jeweils 500 Kilowatt Leistung, die zusammen pro Jahr etwa 25 Millionen Kilowattstunden Biogas erzeugen könnten. Dies würde jährlich rund 9.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Als mögliche Standorte kommen der Ost- und Westteil des Kreises Darmstadt-Dieburg sowie das nördliche und südliche Ried in Frage. Das in Fermentern gewonnene Biogas wird gereinigt, auf Erdgasqualität gebracht, in das Erdgasnetz der HSE eingespeist und dann an geeigneten Standorten mittels umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung genutzt. Dabei wird bis zu 90 Prozent des Energiegehalts in Strom und Wärme umgesetzt.
Der Strom wird in das Stromnetz der HSE und die anfallende Wärme für Heizzwecke in Nahwärmenetze eingespeist. „Unser Konzept verbindet die Vorteile der regenerativen Energien mit der bestehenden Infrastruktur. Damit wird das umweltschonende Biogas mit größter Energieeffizienz genutzt“, sagte Albert Filbert bei dem Pressgespräch am 8. Dezember in der HSE-Zentrale in Darmstadt. Die Anlagen sollen vorwiegend mit Silomais und Rindergülle beliefert werden. Für den Betrieb einer Anlage werden jährlich etwa 10.000 Tonnen Mais benötigt, bis zu 20 landwirtschaftliche Betriebe können sich zur Versorgung einer Anlage zusammenschließen.
Bei der Biomasse steht der klassische Energieträger Holz im Vordergrund: Geplant sind Wärmeerzeugungsanlagen mit einer thermischen Leistung von insgesamt neun Megawatt, die vor allem mit Wald- und Waldrestholz befeuert werden. Die so gewonnene Wärme kann dann in Nahwärmenetze der HSE oder größere Gebäudekomplexe eingespeist werden. Dabei können pro Jahr etwa 19.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Hier prüft die HSE zurzeit mögliche Standorte.
Für die HSE ist die Investition in Bioenergien eine strategische Weichenstellung. Albert Filbert: hält eine enge Zusammenarbeit mit den Land- und Forstwirten der Region für unerlässlich. Zum einen bietet die HSE langfristige Verträge zur Lieferung von Biomasse mit einer Laufzeit von zehn bis 15 Jahren an, die stabile Absatz- bzw. Bezugsmöglichkeiten garantieren. Darüber hinaus ist es möglich, dass sich Land- und Forstbetriebe auch an den Anlagen beteiligen können.
Die Potenziale für Wind- und Wasserkraft sind in Hessen nahezu ausgeschöpft, die von nachwachsenden Rohstoffen dagegen nicht. In ganz Südhessen gibt es rund 3.600 Hektar stillgelegte Fläche, die genutzt werden kann. Das entspricht einem Biogaspotential aus nachwachsenden Rohstoffen von etwa 40 Millionen Kilowattstunden oder acht Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Die HSE kann bei der Nutzung regenerativer Energien auf Vorhandenem aufbauen. Bereits im April 1999 wurde die heutige NATURpur Energie AG als eigenständiges Tochterunternehmen für den Ausbau regenerativer Energieträger gegründet, das vor allem Kommunen und Landkreise mit Ökostrom beliefert. Im November 1999 wurde das erste Programm zur Errichtung von Photovoltaikanlagen gestartet.
Heute betreibt das Unternehmen 108 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 690 Kilowatt (kWp). Im Bereich Biogas wurde bereits 2001 in Erbach gemeinsam mit drei Landwirten eine Biogasanlage errichtet. Die 70-Kilowatt-Anlage erzeugt pro Jahr etwa 450.000 Kilowattstunden Strom. Dadurch werden rund 600 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart.
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