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Erdwärme aufspüren
RP Darmstadt koordiniert Erkundungen im Rhein-Main-Gebiet und Ried - Rund 40 Bohrungen in mehrere tausend Meter Tiefe notwendig
12.4.2010 - Südhessen (mb). In Südhessen sind wieder Messfahrzeuge unterwegs, um mit bergrechtlicher Genehmigung des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt den Untergrundaufbau des Geländes für das Gewinnen von Erdwärme zu untersuchen.
Ziel der Erkundungen ist nach angaben von Regierungspräsident Johannes Baron, Schichten zu finden, die sich für eine geothermische Nutzung eignen. Denn Heißwasservorkommen sollen künftig verstärkt zur Stromerzeugung und als Heizenergie genutzt werden, um damit einen Beitrag zur Erreichung der energiepolitischen Ziele der Hessischen Landesregierung zu leisten. Die Landesregierung beabsichtigt, den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch aus Sonne, Wind, Biomasse, Wasserkraft und auch der Geothermie in den nächsten zehn Jahren auf zwanzig Prozent zu steigern.
Nach den Worten des Regierungspräsidenten spielt seine Behörde bei dieser neuesten und derzeit auch am meisten beachteten erneuerbaren Energie eine wichtige Rolle. Zum einen vergibt die zuständigen RP-Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Wiesbaden hessenweit Felder zur Aufsuchung und Gewinnung von sogenannten bergfreien - also nicht dem Grundeigentümer gehörenden Bodenschätze – und damit auch der Erdwärme. Zum anderen konzentrieren sich die Aktivitäten in Hessen schon aus geologischen Gründen auf das Rhein-Main-Gebiet und das Ried, die im Zuständigkeitsbereich des Bergdezernats des RP Darmstadt liegen.
Um die geplante Terrawattstunde (entspricht einer Milliarde Kilowattstunden) Energie pro Jahr aus tiefengeothermischen Anlagen zu gewinnen, müssen nach Barons Angaben noch viele weitere Kilometer Strecke erkundet, über 40 Bohrungen in mehrere Tausend Meter Tiefe gebracht, rund 20 Kraftwerke errichtet und viele hundert Millionen Euro investiert werden.
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